Hashimoto kann gerade zu Beginn ganz schön überfordern und sorgt vielleicht auch für ein bisschen Hoffnungslosigkeit.
Dein Arzt sagt: „Da kann man nichts machen. Nehmen Sie weiter ihre Schilddrüsentabletten.“ Deine Mitmenschen sagen du sollst dich nicht so anstellen oder fragen warum du immer so müde/niedergeschlagen/zurückgezogen… bist.
Wenn einem alles irgendwie zu viel ist, fällt es einem auch nicht so leicht sich aufzuraffen und selbst aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun. An dem Punkt war ich auch. Aber ich habe entschieden, dass es so nicht weitergehen kann und ich irgendwas unternehmen muss. Das du diesen Beitrag liest, sagt mir, dass auch du an diesem Punkt angekommen bist und um dir das Ganze etwas zu vereinfachen, findest du hier 5 Dinge, die ich gerne früher getan bzw. gewusst hätte.
1. Weniger Theorie, mehr Praxis
Es gibt unendlich viele Dinge, die du tun kannst, damit es dir mit Hashimoto besser geht. Das ist ein Fluch und ein Segen. Du könntest sicherlich erstmal ein paar Jahre die Theorie studieren bevor du anfängst etwas umzusetzen. Es gibt immer noch mehr, das du findest und die Liste mit Dingen, die dir gut tun wird länger und länger.
Mein Tipp: Hör auf zu recherchieren und fang an umzusetzen! Wenn du noch keinen Plan hast oder eine kleine Übersicht brauchst, was du tun kannst, schau dir meinen Beitrag „Hashimoto – Was kann ich tun?“ hier an.
2. Wenig ist besser als gar nichts
Auch meine Tipps umfassen so einiges, dass du in Angriff nehmen solltest. Hashimoto ist nicht nur ein Schnupfen. Ein bisschen Tee und Ruhe werden dich nicht wieder heilen. Und aller Anfang ist schwer. Also suche dir zunächst einmal ein paar Kleinigkeiten raus, die einfach umsetzbar und vielleicht nicht so lange brauchen.
Du musst nicht von heute auf morgen das AIP (Was ist das AIP?) strikt umsetzen, jeden Tag joggen gehen und drei mal am Tag meditieren.
Plane z. B. für die nächste Woche 2 AIP-konforme Mittagessen ein, gehe jeden Tag mindestens 5 Minuten spazieren und nimm dir morgens ein paar Minuten Zeit für ein paar tiefe Atemzüge.
Das sind kleine Schritte, die viel einfacher umzusetzen sind und dir schon mal sehr viel mehr weiterhelfen, als wenn du überhaupt nichts tun würdest.
3. Neue Gewohnheiten mit alten verknüpfen
Deine kleinen Schritte sind neue Gewohnheiten und diese antrainieren ist nicht immer so leicht. Es gibt drei Möglichkeiten, die meiner Meinung nach gut funktionieren. Du kannst dir Wecker auf deinem Handy stellen um dich daran zu erinnern, du klebst dir Post-its als Erinnerungen an bestimmte Gegenstände oder du verknüpfst sie mit alten Gewohnheiten, damit du sie nicht vergisst.
Hier ein paar Beispiele:
- Ein Post-it auf deinen Nachttisch, dass dich an deine Morgenmeditation erinnert
- Affirmationen beim Zähneputzen/Auto fahren/Weg zur Arbeit…
- Ein Post-it auf dem Handydisplay, damit du nicht morgens als erstes Handy spielst.
- Ein Post-it auf die Schokolade, das dich ans Obst erinnert.
- Vor dem Abendessen immer ein kleiner Spaziergang.
- …
Wenn du noch weitere Beispiele bzw. Ideen hast, schreibe sie gerne unten in die Kommentare! 🙂
Hast du deine kleinen Gewohnheiten ein paar mal gemacht, werden aus den 5 Minuten spazieren auch schnell 10 Minuten, wenn du etwas naschen möchtest, kommt dir von ganz alleine ein Apfel in den Sinn und wenn du deine Zahnbürste siehst, fühlst du dich gleich motivierter.
4. Slow and steady wins the race
Im englischen gibt es ein Sprichwort „Slow and steady wins the race“. Wörtlich übersetzt: Langsam und stetig gewinnt das Rennen. Und das gilt für unseren Weg auch. Wenn du langsam aber stetig, etwas für deine Gesundheit tust, wirst du merken wie es dir immer besser geht. Wenn die ersten kleinen Schritte zur Gewohnheit werden, dann gehe den nächsten und den nächsten Schritt. Überfordere dich nicht. Ich weiß, du möchtest wahrscheinlich, dass es dir so schnell wie möglich wieder gut geht, aber so funktioniert das leider nicht. Wir müssen Geduld haben. Der Heilungsprozess ist nicht linear und es wird immer wieder Rückschläge geben, aber wir können es schaffen, dass es uns wieder gut geht.
5. Du bist nicht krank. Du hast Hashimoto.
Verstehe das bitte nicht falsch. Du hast eine Krankheit, die du wirklich ernst nehmen solltest. ABER: Krank sein ist Kopfsache. Unser Gehirn möchte uns nicht enttäuschen. Wenn ich denke ich bin krank, spürt mein Gehirn, jedes noch so kleine Wehwehchen auf und macht aus einer Mücke einen Elefanten.
So ein Blödsinn? Dann setze dich fünf Minuten hin, ganz ruhig und scanne deinen Körper von oben bis unten mit dem Gedanken „Warum geht es mir schlecht? Tut mir etwas weh? Wo fühle ich mich unwohl?“ Wenn du das ernsthaft machst, bin ich ziemlich sicher, dass dein Gehirn etwas findet wo vorher nichts war oder eine Kleinigkeit auf einmal viel schlimmer ist als zuvor. (Das ist natürlich keine Übung, die du wiederholen solltest. 😀 Wir fokussieren uns auf das Positive!)
Krank sein sollte nicht deine Identität sein (Ich bin krank), sondern ein Zustand. (Ich habe Hashimoto)
Mit Hashimoto kann es dir gut gehen. Krank sein, bedeutet, dass es dir nicht gut geht.
Mein Beitrag ersetzt nicht eine professionelle medizinische Beratung. Konsultiere bitte immer einen Arzt oder Spezialisten für eine genaue Diagnose und Behandlung.
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