Was sollte ich bei Hashimoto nicht essen?

Was sollte ich bei Hashimoto nicht essen?

Hast du schon einmal gegoogelt was du bei Hashimoto alles nicht essen solltest?  Je länger man googelt, desto weniger darf man essen. Das ist einfach nur frustrierend. Ich bin selbst kein Fan von Verboten. Verbotene Dinge sind meistens umso interessanter. Aber: Du hast eine Erkrankung und du musst auf dich und deinen Körper achten. Das heißt nicht, dass du gar nichts mehr darfst, aber ein paar Einschränkungen sind dennoch sinnvoll.

Prinzipiell muss man erstmal sagen, dass jeder Körper unterschiedlich ist. Manch einer verträgt etwas gut, das andere überhaupt nicht vertragen und umgekehrt. Aber es gibt ein paar Dinge, die bei Hashimoto in der Regel zu Problemen führen.

Hashimoto ist nicht nur eine Unterfunktion. Du hast eine Autoimmunerkrankung. (Hier mehr zum Thema was Hashimoto eigentlich ist.) Das heißt bei deiner Ernährung solltest du zum einen deine Autoimmunerkrankung und zum anderen deine Schilddrüse im Kopf haben. Es gibt Lebensmittel die entzündungsfördernd oder entzündungshemmend sind. Und es gibt Lebensmittel, die die Schilddrüse hemmen oder anregen.

Wenn du ein bisschen recherchiert hast, was du bei Hashimoto nicht essen solltest, wirst du sicherlich überall auf Gluten, als das Schlimmste überhaupt, gestoßen sein. Das kann ich aus meiner eigenen Erfahrung und aus sämtlichen Quellen in denen ich recherchiert habe, nur bestätigen.

Gluten ist in Weizen, Gerste, Dinkel, Roggen, Grünkern, Hafer, Urkornsorten wie Kamut, Emmer, Einkorn und somit in allen Lebensmitteln, die daraus produziert werden. 

Gluten ist gefühlt in allem. Vor allem wenn du gerade erst auf glutenfrei umsteigst, ist das frustrierend, nervig und verdammt schwierig. ABER: Mittlerweile gibt es so viele Ersatzprodukte, glutenfreie Bäcker, Restaurants, Hotels… In fast jedem Laden gibt es glutenfreie Lebensmittel. Glaub mir, du kannst es schaffen!

Gluten ist allgemein nicht so leicht zu verdauen. Für uns mit Hashimoto gibt es gleich zwei Probleme

1. Menschen mit Autoimmunerkrankungen haben oft Probleme mit dem Darm. Schwer verdauliches, wie Gluten ist da natürlich nicht hilfreich. Viele leiden auch unter dem Leaky Gut Syndrom (löchriger Darm). Das sorgt dafür, dass schwer verdauliche Proteine (wie z. B. Gluten) durch die löchrige Darmwand in den Körper gelangen. Unser Immunsystem sieht diese Fremdkörper und versucht sie zu bekämpfen.

2. Gluten ist ein Protein, das den körpereigenen Proteinen sehr ähnlich ist. Wenn Gluten in deinen Körper gelangt, bildet dein Immunsystem Antikörper, um das Gluten zu zerstören. Die Antikörper greifen dann quasi alles an, was wie Gluten aussieht. Und rate mal… Ja, das Schilddrüsengewebe ist ähnlich strukturiert wie Gluten.

Gluten essen bedeutet für uns also Öl ins (Entzündungs-)Feuer gießen.

Milch und Milchprodukte solltest du bei Hashimoto nicht verzehren, weil das Milcheiweiß (Casein) ähnlich wie Gluten aufgebaut ist. Heißt auch hier wird eine Reaktion im Immunsystem ausgelöst.

Milch ist natürlich in allen Milchprodukten (Käse, Butter, Joghurt, Quark…) und in vielen Proteinpulvern enthalten.

Aber auch hier kann man sagen, dass es extrem viele Alternativen gibt. Hier ist wie bei glutenfreien Ersatzprodukten jedem selbst überlassen inwieweit man auf die Verarbeitung und die Zutaten achtet. Ich persönlich denke aber, dass auch viel verarbeitete Ersatzprodukte (in Maßen) besser sind als Gluten oder Milch zu essen.

Soja ist in vielen Fleischalternativen und asiatischen Gerichten (Sojabohnen, -sprossen, -soße) enthalten.

Das Problem bei Soja ist, dass es die Aufnahme von deiner Schilddrüsenmedikamente im Darm hemmt. Du solltest deine Schilddrüsentabletten also auf keinen Fall mit Sojamilch nehmen!

Soja hemmt die Schilddrüse. Ich habe einige Berichte gefunden,, dass Soja bei einer leichten Überfunktion helfen kann und Vegetarier, die anfingen viel Tofu zu essen, dann mehr Schilddrüsenhormone brauchten.

Zucker fördert Entzündungen im Körper. Damit dein Immunsystem zur Ruhe kommt (und ruhig bleibt) solltest du deinen Zuckerkonsum einschränken, oder am besten ganz auf Zucker verzichten. Es gibt verschiedene natürliche und weniger schädliche Alternativen zu Zucker.

In stark verarbeiteten Lebensmitteln sind oft Zusatzstoffe, die unseren Darm aus dem Gleichgewicht bringen, Entzündungen fördern und im Verdacht stehen Krankheiten auszulösen.

Jod ist ein schwieriges Thema. Manche sagen: Du musst Jod nehmen, das braucht deine Schilddrüse.

Andere sagen genau das Gegentei: Jod ist das Schlimmste, davon bekommst du einen Schub!

Die Schilddrüse braucht Jod um Hormone zu produzieren, aber die Einnahme von Jod kann dafür sorgen, dass es dir erst einmal schlechter geht. Ich denke du solltest mit Jod nicht experimentieren. Suche dir professionelle Hilfe. Ein Arzt oder Heilpraktiker kann dein Jod testen und eine Dosis festlegen und dir genau sagen worauf du achten musst.

Auch wenn wir die gleiche Krankheit haben, sind unsere Körper doch unterschiedlich. Ein Fakt, den wir jedoch nicht außer Acht lassen dürfen: Gluten und Casein sind durch die ähnliche Struktur ein riesiges Problem für unser Hashimoto bzw. unsere Schilddrüse.

Ich habe bis jetzt von keinem Hashimoto betroffenem gehört, der aufgehört hat Gluten zu essen und keine positive Veränderung bemerkt hat. 

Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass die ganzen gluten- und milchfreien Alternativen viel zu stark verarbeitet sind und auch nicht gut sind. Aber ich denke, dass es auf jeden Fall ein Anfang ist. Veränderung ist immer schwer, also solltest du so einfach wie möglich anfangen. Wenn das glutenfreie Brot und der vegane Kokosjoghurt von Kaufland, Lidl & Co dir helfen, dass es dir besser geht, dann greif zu diesen Optionen.

Selbstgemachter veganer Joghurt wäre natürlich die bessere Variante, aber du musst nicht alles perfekt machen.


Mein Beitrag ersetzt nicht eine professionelle medizinische Beratung. Konsultiere bitte immer einen Arzt oder Spezialisten für eine genaue Diagnose und Behandlung.



Beitragsbild von Daria-Yakovleva von pixabay

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