Wer sich mit dem Thema Self-Care auseinandersetzt sollte/wird früher oder später über das Thema Routinen stolpern. Routinen oder auch Rituale sind Dinge, die du automatisch immer wieder tust, dadurch sind sie etwas sehr machtvolles.
Kennst du das Sprichwort: “Der Mensch ist ein Gewohnheitstier”?
Es stimmt! Wir tun viele Dinge aus der Gewohnheit heraus, z.B. greifen viele bei Langeweile oder Nervosität zu ihrem Smartphone, das passiert ganz automatisch.
Der Mensch braucht Gewohnheiten, sie geben uns Sicherheit und eine gewisse Struktur. Jeden Morgen zur gleichen Zeit aufstehen, sich fertig machen und zur Arbeit fahren oder die Kinder wecken, Pausenbrote vorbereiten und sie zur Schule bringen, ist für viele das tägliche Morgenritual. Ein Prozess, der zwar nicht immer rund läuft, aber dennoch eine Gewohnheit ist, die uns ein Gefühl der Sicherheit und der Kontrolle geben.
Manche Menschen werfen Ferien oder Urlaube richtig aus der Bahn. Sie merken, dass ihnen die Struktur und die normalen Abläufe fehlen und sie sind sogar wieder etwas erleichtert, wenn die freien Tage endlich vorbei sind. Jetzt kehrt endlich wieder Ruhe ein.
Anderen fällt es nicht so sehr auf. Aber wer ist nicht schon einmal am Wochenende pünktlich zur normalen Aufstehzeit wach geworden, obwohl kein Wecker geklingelt hat?!
Routinen sind Stresskiller
Abweichungen von unserer Routine sind Stress für unseren Körper.
Natürlich ist Ausschlafen am Wochenende nichts schlechtes, aber (wenn du die Woche genügend Schlaf bekommen hast) zeigt dir dein Körper mit dem frühzeitigem Aufwachen, dass er lieber bei seiner Routine bleiben möchte als sich noch mehr zu erholen.
Gewohnte Abläufe einzuhalten bedeutet, dass alles normal und sicher ist. Wir müssen uns nicht anpassen, keine Lösungen finden oder vor einem Säbelzahntiger fliehen.
(Unser Gehirn hat sich was Stress angeht, nicht allzu weit entwickelt. Es macht keinen Unterschied zwischen Oh ein Säbelzahntiger! und Oh meine Schwiegermutter! Für unser Gehirn bedeutet beides Stress, auch wenn der Säbelzahntiger unser Überleben gefährdet und die Schwiegermutter, nur bei der Erziehung der Kinder dazwischen quatschen will.)
Routinen sind für unser Gehirn also der “Alles-ist-Gut-wir-müssen-nicht-ums-Überleben-kämpfen”-Modus. Alles andere ist erstmal eine potenzielle Bedrohung und muss überprüft werden. Das heißt natürlich nicht, dass du deinen ganzen Tag durchplanen musst und Spontanität unmöglich ist, ganz im Gegenteil; Routinen geben dir Freiheit für Flexibilität.
Morgen- und Abendroutinen
Eine Morgenroutine kann dir helfen, entspannt und positiv in den Tag zu starten. Durch bewusste positive Handlungen am Morgen kannst du deine Stimmung für den ganzen Tag beeinflussen. Deine Morgenroutine muss nicht lange dauern. Vielleicht kannst du 10 Minuten früher aufstehen oder du kombinierst sie mit Dingen, die du sowieso tust. (Affirmationen beim Zähneputzen, Singen beim Kinder fertig machen, Tanzen beim Duschen… hier gibt es unendlich viele Möglichkeiten.)
Nutze deine Abendroutine um den Tag abzuschließen und zur Ruhe zu kommen. Damit kann dein Körper sich darauf einstellen, dass der Tag zu Ende geht und er langsam müde werden darf. Durch eine Abendroutine kannst du sicher auch besser schlafen.
Durch Morgen- und Abendroutine und feste Schlafenszeiten gibst du dir selbst die Sicherheit und Ruhe, die du brauchst um tagsüber flexibel zu sein ohne, dass es dich aus der Ruhe bringt. Du schaffst dir quasi einen festen Rahmen, der dir Raum und Sicherheit für spontane Entscheidungen gibt.
Essenszeiten
Regelmäßige Essenszeiten sind sehr wichtig. Dein Körper stellt sich schnell darauf ein und dein Verdauungstrakt wartet dann quasi schon darauf wieder arbeiten zu dürfen. Ich habe schon von einigen Menschen mit Hashimoto gehört, dass sie zu wenig essen, vergessen zu essen oder gar keinen Hunger haben.
Ich hatte selbst auch sehr lange Probleme damit. Ich hatte einfach nie Hunger und an manchen Tagen so gut wie gar nichts gegessen, ohne dass ich es bemerkt habe. Wenn du feste Essenszeiten hast, ist es leichter genug zu essen.
Tipps zur Entwicklung von Routinen:
Überlege, was dir gut tut und was du als Routinen integrieren möchtest. Hier findest du ein bisschen Inspiration. 😉
Fange klein an. Wenn du als neue Morgenroutine 1h joggen, 30 Minuten meditieren, Baden, Dankbarkeitstagebuch und ein ausgiebiges gesundes Frühstück planst, überforderst du dich, bevor du überhaupt angefangen hast.
Möchtest du mit Meditation anfangen, starte mit ein paar Minuten, möchtest du Sport machen, dann starte mit ein paar Minuten Yoga, oder einen kleinen Spaziergang… Suche dir ein oder zwei Dinge für deine Morgenroutine und ein oder zwei Dinge für deine Abendroutine. Wenn diese Routinen wirklich zur Gewohnheit geworden sind, kannst du weitere Dinge hinzufügen.
Bleibe motiviert. Der Anfang ist meist leicht gemacht. Die Kunst ist motiviert zu bleiben. Suche dir einen Accountability Partner, also jemanden, der dir hilft am Ball zu bleiben. Mache deine Abendroutine zum Beispiel mit deinem Partner oder deinen Kindern. Setzt euch jeden Abend zusammen und zählt Dinge auf für die ihr dankbar seid. Vielleicht kennst du ja auch jemanden, der auch gerne etwas in seinem Leben verändern möchte und ihr könnt euch gegenseitig motivieren an euren Routinen festzuhalten.
Warum sind Routinen wichtig?
Routinen schützen uns vor Stress und geben uns Sicherheit und Struktur. Durch bewusste positive Routinen, strukturierst du deinen Tag und gibst dir Ruhe, Optimismus und Kraft. Du tust etwas für deine mentale und physische Gesundheit, bist ausgeglichener und kannst besser mit spontanen Ereignissen umgehen.
Routinen sind kein Käfig, sondern ein Werkzeug, das es uns ermöglicht flexibel mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen.
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