Die Feiertage können wir Menschen mit Autoimmunerkrankungen eine große Belastung darstellen. Gute Gewohnheiten und Rituale, und die Ernährung über Bord zu werfen erscheint da der einfachste und stressfreiste Weg. Heute gibt es daher ein Paar Tipps, wie du auch während den Feiertagen deine Selbstfürsorge, gute Gewohnheiten und Ernährung im Griff behältst.
Plane im Voraus
Durch sorgfältige Planung kannst du Stress minimieren und die Feiertage genießen. Mache dir eine Liste: Wo musst/möchtest du hin? Setze dann Prioritäten und überlege, welche Mahlzeiten du selbst zubereiten oder mit anderen zubereiten kannst.
Plane auch hier Pausen mit ein.
Ernährung
Wenn du deine Ernährung vor kurzem umgestellt hast und das deine ersten Feiertage nach der Umstellung sind, ist die Herausforderung groß und die Unsicherheit und Zweifel noch größer.
Was kann ich eigentlich essen? Sollte ich für die Feiertage einfach eine Ausnahme machen? Wie soll ich das meinem Gastgeber erklären?
Ich gebe zu, dass die Feiertage, gerade was das Essen angeht, einfach doof sind. (Aber machbar! 😉)
ABER: Du kannst das durchziehen. Du weißt, was du essen kannst und was dir nicht gut tut. Wenn jemand kein Verständnis dafür hat, ist das nicht dein Problem. Du leidest dann nachher an den Konsequenzen, nicht die verständnislose Schwiegermutter, die augenrollende Schwester oder die Freundin deines Bruders.
Du ruinierst niemandem den Abend, wenn du vorher fragst, ob man nicht gemeinsam kochen kann, du Essen für dich mitbringen kannst oder das Essen diesmal bei dir stattfindet.
Aber du ruinierst dir unter Umständen mehrere Stunden, Tage, Wochen oder Monate, wenn du etwas falsches isst.
Stress und Selbstfürsorge
Für viele sind die Feiertage und Stress eng miteinander verknüpft, besonders für Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Und der Stress schlägt bei uns auch nochmal mehr zu. Nicht nur bei mir ist Stress auf Platz 1 der Schubauslöser.
Daher ist es umso wichtiger, dass wir kleine Momente der Selbstfürsorge einbauen um deinen Stresslevel herunterzufahren. Hier ein paar Beispiele, die sich einfach integrieren lassen:
- Ein bewusster tiefer Atemzug
- Ein paar Minuten früher aufstehen um zu meditieren
- Ein Spaziergang, gerne auch mit der Familie
- Beruhigende Musik
- Eine warme Tasse Tee
- …
Kommunikation mit Familie und Freunden
Aber wie kommuniziert man diese beiden Punkte mit der Familie?
Am besten offen, ehrlich und direkt! Die Erfahrung zeigt, dass doch einige Menschen sehr viel verständnisvoller reagieren, als man denkt.
Erkläre deine Bedürfnisse klar und respektvoll, aber frage dabei nicht um Erlaubnis oder rechtfertige dich, sondern setze Grenzen.
“Ich esse kein Gluten, wenn du möchtest, können wir gemeinsam kochen oder ihr kommt dieses Jahr einfach zu uns zum Essen. Dann fühle ich mich sicherer.”
“Wir fahren um X Uhr nach Hause. Sonst wird uns das zu spät.”
Wenn dir das nicht so leicht fällt, ist das ein Grund mehr es zu tun. Deine Mitmenschen sind zu Beginn vielleicht erstmal etwas verärgert, aber sie werden lernen, damit umzugehen. Und bei zukünftigen Feiertagen wird es sehr bald schon normal sein, dass du eben früh wieder nach Hause fährst.
Alternativen für Traditionen
Traditionen brechen gefällt den meisten nicht. Aber wenn du merkst, dass deine Feiertagstraditionen dir zu viel sind, wird es Zeit deine Bedürfnisse zu berücksichtigen und Traditionen zu ändern oder neue zu schaffen.
Hier sind deiner Kreativität natürlich keine Grenzen gesetzt. Führe einen Feiertagsspaziergang ein oder eine Runde Dankbarkeit vor dem Festmahl, erzählt oder lest gemeinsam eine Geschichte, singt oder tanzt zusammen…
Virtuelles Festmahl: Seit Corona hat die Anzahl an Zoom Accounts drastisch zugelegt. Wenn du nicht von einem Familienmitglied zum nächsten hetzen oder am Feiertag 500 km fahren möchtest, führe doch ein virtuelles Festmahl ein. Jeder kocht zuhause für sich und man isst zusammen via Videoanruf.
Das Gleiche funktioniert auch als virtuelle Bescherung. Hier müsst ihr nur beachten, dass ihr die Geschenke früh genug per Post an den jeweils anderen schickt.
Sozialen Erwartungen vs. individuelle Bedürfnisse
Das alles hier ist natürlich einfach gesagt, aber nur schwer getan. Die sozialen Erwartungen erzeugen ganz schön Druck und es ist wichtig, dass wir lernen damit umzugehen und ein Gleichgewicht zu finden zwischen sozialen Verpflichtungen und individuellen Bedürfnissen.
“Ich bin krank. Ich kann tun und lassen, was ich will.” ist nämlich nicht, was ich mit diesem Beitrag erreichen möchte.
Ja, du hast deine Bedürfnisse, aber andere haben auch Bedürfnisse. “Keine Lust” und “Das kann ich wirklich nicht” sind zwei verschiedene Dinge. Du solltest dich nicht hinter deiner Krankheit verstecken, aber du solltest dir auch klar sein, dass du individuelle Bedürfnisse hast und diese sehr wichtig sind.
Es ist in Ordnung, Einladungen abzulehnen.
Es ist in Ordnung, offen und ehrlich zu sagen, dass du etwas nicht möchtest.
Es ist in Ordnung, Pausen einzuplanen.
Es ist in Ordnung, Traditionen zu verändern.
Es ist in Ordnung, dir Zeit für dich zu nehmen.
Die Feiertage können für Menschen mit Autoimmunerkrankungen eine Herausforderung darstellen, aber keine Sorge, unsere Mitmenschen lernen schnell. Auch wenn sie stur oder uneinsichtig sind, werden sie merken, dass du deine Prinzipien hast und es keinen Sinn macht mit dir zu diskutieren.
Hast du noch weitere Tipps für die Feiertage für Menschen mit Autoimmunerkrankungen?
Schreibe sie gerne in die Kommentare.
Schöne Feiertage!
Beitragsbild von giftpundits von pixabay
