Eine Ernährungsumstellung kann eine ganz schöne Herausforderung sein, vor allem wenn deine Familie nach wie vor normal isst. Es ist ganz normal, dass du dir manchmal wünschst sie würden die Ernährungsumstellung einfach mitmachen oder du das Gefühl hast, dass es dir die ganze Veränderung nur noch schwerer macht, dass sie alle „normal“ essen. Aber keine Sorge, du schaffst das!!
Um dir das Ganze etwas leichter zu machen, hier ein paar Tipps für die Ernährungsumstellung, mit einer „normal“ essenden Familie (oder auch andere Mitbewohner).
Kommunikation
Erkläre deiner Familie wie und warum du deine Ernährung umstellst.
Für die einen wird das selbstverständlich klingen, für die anderen unnötig. Ich denke es ist enorm wichtig, dass du mit deiner Familie, egal wie alt sie sind oder was sie davon halten kommunizierst warum du deine Ernährung umstellen willst. Erkläre ihnen, dass es dir nicht gut geht, wenn du XY isst, oder dass du XY nicht verträgst, oder dass du dir von dieser Ernährung erhoffst, dass es dir wieder besser geht, oder dass diese Ernährung dir bei deiner Erkrankung helfen soll…
Egal wie und warum du deine Ernährungsumstellung machst, erkläre es deiner Familie.
Deine Familie darf auch dein Essen essen
Du musst nicht jedes Ma(h)l doppelt kochen. Deine Familie kann sicherlich auch mal dein Essen essen. Machst du zum Beispiel das AIP (Autoimmunprotokoll) und kochst eine aip-konforme Hackfleischsuppe oder aip-konforme Frikadellen, ist das ein völlig normales Gericht, dass deine Familie ohne Probleme mitessen kann. Es wird sicherlich auch Dinge geben, die deine Familie nicht essen wollen wird und die musst du ihnen auch nicht zumuten. Aber deine Ernährungsumstellung bedeutet mehr Arbeit für dich, und du musst es dir nicht unnötig kompliziert machen.
Kreuzkontamination
Wenn du ein bestimmtes Lebensmittel überhaupt nicht verträgst, musst du darauf achten, dass deine Lebensmittel nicht kontaminiert werden. Bei Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) brauchst du dann z. B. einen eigenen Toaster (oder Toastbags), ein eigenes Spültuch, einen eigenen Brotkorb, eigene Backformen und Waffeleisen, eine eigene Butter/Marmelade/Aufstrich. (Alternativ kann man auch mit einem Löffel die Marmelade aus dem Glas holen. Hier müssen nur alle aufpassen, dass die Löffel nicht ans Brot kommen)
Bei der Kreuzkontamination kommt es natürlich immer darauf an, warum du ein bestimmtes Lebensmittel meidest. Wenn du zum Beispiel aus ethischen Gründen keine tierischen Produkte isst, sie aber verträgst, ist es nicht so schlimm, wenn jemand mit einem Kochlöffel aus einer Hackfleischpfanne in deinem Tofugericht rührt. Hast du aber Zöliakie, solltest du nicht mit einem „gluten-kontaminierten“ Messer dein glutenfreies Brötchen aufschneiden.
Versuchungen widerstehen
Stell dir vor du hast nur Lebensmittel im Haus, die zu deiner neuen Ernährung passen. Keine Angst vor Kreuzkontamination und keine Versuchungen, denen du widerstehen musst. Das wäre sooo viel einfacher.
Als ich das AIP gemacht habe, habe ich zusammen mit meiner Mutter und meinen beiden Schwestern gewohnt, alle drei Normal-Esser und Naschkatzen. Das heißt es waren immer tolle leckere und vor allem einfache Möglichkeiten da. Im AIP kannst du nicht unbedingt einfach etwas kaufen, Packung auf und essen. Gerade Süßes wirkt in der Anfangszeit als müsste man erst alles selbst züchten, bei Vollmond ernten und eine Opfergabe bringen. (Ganz so schlimm ist es nicht, aber es wirkt am Anfang so, wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat.) Und wenn man dann sieht, dass die Familie sich einfach eine Packung Kekse aufmacht… 😭
Hier ist Vorbereitung und Planung das A und O. Wenn du immer ein paar AIP Snacks da hast, die in deinen Ernährungsplan passen oder weißt wie du dir schnell welche zubereiten kannst, kannst du Versuchungen leichter widerstehen.
(Bald kommt ein Beitrag mit AIP Snacks. 😉)
Mache Familienzeit draus
Nutze die Gelegenheit und mache Familienzeit aus deiner Ernährungsumstellung. Ihr könnt gemeinsam neue Rezepte ausprobieren. So habt ihr eine schöne Zeit zusammen und deine Familie lernt gleichzeitig etwas über deine Ernährung. Wenn eines deiner Familienmitglieder Spaß am Kochen hat, lernt er/sie dadurch wie man dich unterstützen kann.
Grenzen setzen und sanft zu dir sein
Wenn du hier bist, gehe ich davon aus, dass du deine Ernährungsumstellung für deine Gesundheit machst. Und deine Gesundheit sollte bei dir an oberster Stelle stehen. Du musst (lernen) Grenzen (zu) setzen, dir selbst und deiner Familie. Wenn du nicht konsequent bleibst und immer wieder Ausnahmen machst, wird dir deine Ernährungsumstellung, aus welchen Gründen auch immer du sie machst, nichts bringen.
Falls du doch mal einen „Ausrutscher“ hast, mach dich nicht verrückt und gib erst Recht nicht auf. Zeige dir selbst ein bisschen Liebe. Das kann jedem mal passieren, hake es ab und mach weiter!
Ernährungsumstellung, wenn deine Familie normal isst, ist eine Herausforderung…
Aber mit offener Kommunikation, Vorbereitung, Konsequenz und einer Portion Selbstliebe ist das alles machbar. Du musst nicht der willensstärkste und disziplinierteste Mensch auf diesem Planeten sein um das durchzuhalten. Glaub mir, ich war selbst nie besonders diszipliniert und habe es auch geschafft. Das kriegst du schon hin! 😊
Hast du Tipps und Erfahrungen zur Ernährungsumstellung mit einer Familie, die normal isst? Teile sie gerne in den Kommentaren.
Wenn du noch Fragen dazu hast, kannst du sie auch gerne in den Kommentaren teilen.
Beitragsbild von Elina Fairytale von Pexels

3 Gedanken zu „Ernährungsumstellung, wenn die Familie normal isst“